Ein Querschnitt durch die Berliner Jazz-Landschaft - Hörenswerte CD zum Jazz & Blues Award 2002 ist jetzt in limitierter Auflage erschienen

Am 22./23. September veranstaltete die Jazzinitiative Berlin im BKA-Luftschloss zum zweiten Mal den Wettbewerb um den "Jazz & Blues Award Berlin". Nun ist eine Live-CD mit allen nominierten Bands erschienen.
Das sind 14 Formationen, die von Berliner Jazz-Clubs für die "Ella", den begehrten Preis des Jazz & Blues Award vorgeschlagen wurden. Sieger und Publikumsliebling zugleich wurde Gondwana, ein Quartett um die Vibraphonistin Taiko Saito. Aufgestellt wurde Gondwana vom Neuköllner Club Atalante. Auch der zweite Sieger sahnte bei Jury und Publikum gleichermaßen ab: Er ging an das vom Schlot nominierte Ekkehard Wölk Quartett (Anm. der Red.: Valentin Gregor Quartett feat. Ekkehard Wölk).
Nur beim dritten Preis schieden sich die Geister: Die Jury kürte die Alexis Pope Group, Favorit des Badenschen Hofes in Schöneberg. Dem Publikum gefiel das Lia Andes Quartett (Knorre, Friedrichshain) auf dem 3. Platz besser.
Aber mit dem fast 80-minütigen Mitschnitt der Veranstaltung im BKA-Luftschloss unter dem Titel "Jazz und Blues Award Berlin" (Monopol Records) werden auch die andern teilnehmenden Gruppen geehrt: Die CD zeigt einerseits, dass sich immenses Können und musikalisches Gespühr miteinander verbinden. Zudem beeindruckt die hier deutlich zu Tage tretende stilistische Vielfalt der Berliner Jazzlandschaft. Und da der Jazz & Blues Award so erfolgreich war, wird der Wettbewerb um die Ella 2003 im Herbst des kommenden Jahres wieder stattfinden.
Die CD in limitierter Auflage gibt es für 13 Euro in diversen Berliner Jazz-Clubs. Wo genau, steht im Internet unter www.jazzinitiative-berlin.de. Oder man bestellt sie per Nachnahme bei der typossatz GmbH Berlin, Fehrbelliner Straße 97 in 10119 Berlin. Die Rufnummer: 4 49 00 55.

 

doc im "Berliner Abendblatt" vom 11.12.2002

Live-Sampler zum Jazz & Blues Award 2002 - Jazz & Blues Award 2002, Live aufgenommen im BKA-Zelt, Monopol Records, CD-Vertrieb auch über die Jazzinitiative Berlin und alle angehörenden Clubs und Vereine

Mit einem Konzert des Harlem Swing Trio feiert die Jazzinitiative Berlin e.V. im Yorckschlösschen die Veröffentlichung ihres zweiten Jazz-Samplers. Die Live-Aufnahme des Jazz & Blues Award 2002 gibt die Stimmung im BKA-Zelt originalgetreu wieder und vereint auf 78 Minuten Spieldauer alle Teilnehmerbands des Wettbewerbs: 14 mal Jazz aus Berlin, angefangen bei der Siegerband Gondwana ("Rochas") bis zum Tony Hurdle Octet ("Good Morning Heartache") – aufgemacht mit vielen schwarz-weiß Fotos des Festivals aus dem Blickwinkel von Andreas Paasch. Der bescheidene Preis von 13 Euro und der Verkauf in allen der Jazzinitiative angeschlossenen Clubs und Vereinen soll den breiten Absatz in die Jazz-Öffentlichkeit fördern.
Die Jazzinitiative Berlin verfolgt mit ihrer CD-Serie zum Jazz & Blues Award nicht nur das Ziel die musikalischen Beiträge der Wettbewerbe zu verewigen, sondern sie will darüber hinaus den Status Quo des Berliner Jazz dokumentieren. Das hat zuletzt Jazz Services Berlin e.V. 1998 mit dem Sampler "Jazz does exist" versucht. Jazz Services fokussierte ausschließlich Modern Jazz, die Jazzinitiative deckt auf ihrer CD ein erheblich breiteres Spektrum der Jazzstile ab. Leider fehlten im Wettbewerb, folgerichtig also nun auch auf CD, wichtige Trends des zeitgenössischen Berlin Jazz. Der Award-Sampler erfüllt somit bisher nur eines seiner zwei Anliegen.

 

Aus: www.jazz-in-berlin.de

Das Gespenst der Vereinigung - Der Berliner Jazz Blues Award kämpft um Öffentlichkeit

Als der Urvogel Archäopteryx seine riesigen Schwingen über dem Gondwanaland ausbreitete, ahnte er nicht, dass er mit dem Riesenkontinent im Meer versinken würde, bis ihn die kleine Neuköllner Bar Atalante 144 Millionen Jahre später mit seiner Hausband erneut ins Rampenlicht einer ganz anderen Geschichte stellt. Überrascht strahlten die Gesichter von Taiko Saito, Thibault Falk, Thomas Auffarth und Marc Draeger von der Fusion-Band Gondwana, als ihnen beim Finale des 2. Berliner Jazz & Blues Award im BKA-Zelt gleich zwei Siegertrophäen, der Publikumspreis und der Preis der Jury, überreicht wurden. Im Rahmen einer nahezu perfekt organisierten Veranstaltung und unterstützt vom Senat für Wissenschaft, Kultur und Forschung, setzte die Jazzinitiative Berlin e.V. der örtlichen Kulturkrise ein kräftiges Zeichen kultureller Selbstorganisation entgegen. Weitere Preise gingen an Ekkehard Wölk, Lia Andes und Alexis Pope.

Von der Fachpresse weitgehend unbemerkt jährte sich auf dem Gelände des historischen Stadtschlosses ein musiksoziologisch aufgeladenes Ereignis. Während selbst die Grüne Partei verbliebene Elemente von Basisdemokratie abschaffen will, gilt bei der Jazzinitiative ein Pluralismus, der die Frankfurter Schule rühren würde. Die Jazzinitiative Berlin ist Heimat für alle interessierten Berliner Jazzclubs, Vereine und Initiativen, unabhängig von Größe, Finanzkraft und Stilvorlieben.

New York? "New York!"
In Berlin schießt man mit den Ansprüchen gerne über das Ziel hinaus. Es wäre voreilig zu folgern, dass der Jazzinitiative die mit der Basisdemokratie verbundenen Probleme und eine baldige Grunderneuerung erspart blieben. Zu offensichtlich traten auch beim zweiten, stark verbesserten Award die Sollbruchstellen einer Veranstaltung zu Tage, die unter großem logistischen Aufwand 18 Bands (14 + 4) in zwei Tagen in einem kostspieligen Gala-Rahmen präsentiert.
Es bleibt unklar, ob der Wettbewerb vielleicht doch mehr eine Unterhaltungsshow und die Abstimmung nur sein Stilelement ist. Im Rahmen des Wettbewerbs werden Äpfel mit Birnen verglichen und die Zuschauer geraten auf eine Art Selbsterfahrungstrip, der die Geschichte des Jazz rekapituliert, aber einen aussagekräftigen Vergleich gar nicht oder nur bedingt zulässt.
Der maßgebliche Bandanteil des diesjährigen Awards wurde mit Groove-Jazz ins Rennen geschickt, Musik die einen Clubabend anheizt, aber kein Festival-ähnliches Gebilde füllt. Weil die musikalische Qualität des Wettbewerbs dem Leistungsgedanken nicht entsprach, blieb die Berliner Presse dem Großereignis fern - zu stark sind andere Veranstaltungen mit ähnlicher Zielgruppe besetzt. Es stellt sich die Frage, warum viele Berliner Bands, die in diesem Jahr überregional Schlagzeilen machen konnten, beim Award fehlen: Der Rote Bereich, Lisa Bassenge Trio/Micatone, Thärichens Tentett, Erdmann 3000, Nils Wülker, Martin Koller & Jay Rope (die Liste lässt sich fortsetzen...). Bei der Laudatio für die Siegerband spitzte sich das Dilemma zu: Zuerst wurde Gondwana als innovativ und zukunftsweisend gelobt, dann mit dem Duett Chick Corea/Gary Burton verglichen. Anspruch und Wirklichkeit könnten nicht selbstironischer auseinander klaffen.

Der Verein macht die Auswertung des diesjährigen Awards im November zum Thema einer vorgezogenen Neuwahl der Gremien. Während nämlich der Vereinsvorstand um Olaf Dähmlow ("Fortschritt muss erkennbar sein!"), Tanja Siebert und Michael Leonhardt eine aufwendige und von den Sponsoren wohlwollend beurteilte Kärntnerarbeit leistet, die nach Lehr- und Wanderjahren zu einem Selbstläufer werden könnte, lassen sich viele namhafte Berliner Jazzinstitutionen hängen. Insbesondere die bekannten Berliner Adressen B-Flat und Quasimodo (nicht dabei), Ratskeller Köpenick/Jazz in Town und A-Trane (indisponierte Teilnehmerbands), die großen Festivalmacher Jazzfest, Blue Nites, Total Music Meeting und Jazz Units, die Hochschulen UDK und Hanns Eisler sowie die Radiostationen Radio Kultur und Jazzradio (gehören allesamt der Jazzinitiative nicht an) könnten - so sie ein Eigeninteresse damit verbinden würden - die oben benannte Niveau-Lücke schließen.

Die tatsächlich beeindruckende Größe der Jazzszene Berlin erscheint unterm Zeltdach in Mitte als Chance und Fluch zugleich - in den vergangenen Jahrzehnten ist jeder noch so ambitionierte Versuch einer umfassenden Zusammenarbeit gescheitert. Die etablierten Clubs im Stadtzentrum verwalten den Mainstream, teure Auslandsgäste werden von den Festivals verpflichtet, die Dixiefans pflegen ihre traditionellen Enklaven und die Avantgarde oder die Improvisierte Musik hat sich in Insider-Zirkel wie das RAW-Tempel, das Kulturhaus Mitte, das Raumschiff Zitrone, das Podewil, die Wabe oder ins Puls ausgeklinkt. Obwohl alle über zu wenig Öffentlichkeit schimpfen, wird der Jazz & Blues Award von den Veranstaltern für sein zentrales Anliegen kaum genutzt. Award-Jurymitglied Ulf Drechsel widmet der vertrackten Hauptstadtsituation auf Radio Kultur am 10. November eine Sondersendung unter Beteiligung von Kritiker Wolf Kampmann ("Berliner Saustall"), Award-Teilnehmerin Sandra Weckert, A-Trane/Soultrain-Betreiber Sedal Sardan und Verve-Manager Christian Kellersmann.

Denkt man positiv und nimmt das gesamte unausgeschöpfte Potential als Rechengrundlage, addiert gar neue Personalien und professionellere Entscheidungswege, dann könnte die Basisdemokratie theoretisch zur Rettung der ambitionierten Ausgangsidee des Awards werden - und die Ella das angestrebte überregional beachtete Markenzeichen. Möglicherweise reagieren dann die zahlreichen oft heimatkritischen Berliner Jazzjournalisten (Broecking, Ballhorn, Völz, Sickert, Engels, Prange u.a.), die sich etwa in der Jury gut machen würden. Ob der Publikumspreis angesichts der klaren Wettbewerbsverzerrung zu Gunsten des zweiten Abends (deutlich mehr Publikum) beibehalten, rechnerisch angepasst oder einfach abgeschafft wird, gilt es zu diskutieren.

 

Al Weckert, Jazzzeitung 11/2002

Godwana gewinnt bei Berliner Jazz & Blues Award zweimal ersten Preis!

Kurz vor Mitternacht war die Überraschung beim 2. Berliner Jazz & Blues Award im BKA-Zelt am Schlossplatz in Mitte perfekt: Die Fusion-Band Godwana wurde übereinstimmend als Sieger in beiden (!) Kategorien (Publikumspreis und Preis der Jury) bekannt gegeben. Während sich die Gewinner Taiko Saito (vib), Thibault Falk (p), Thomas Auffarth (b) und Marc Draeger (d) freudestrahlend in den Armen lagen, wurden sie vom lange ausgeharrten Publikum bejubelt.
Zuvor hatte der Wettbewerb an zwei Abenden vierzehn Berliner Jazzbands unterschiedlichster Stilarten und Professionalität präsentiert. Zufall oder nicht: fünf der sechs ersten Preise wurden unter den fünf Bands des zweiten Festival-Abends verteilt!

Im Rahmen einer nahezu perfekt organisierten Veranstaltung und unterstützt vom Senat für Wissenschaft, Kultur und Forschung, setzte die Jazzinitiative Berlin ein öffentlichkeitswirksames Zeichen wirksamer kultureller Zusammenarbeit. Der Schlussapplaus der vielen hundert Zuschauer galt in diesem Sinne nicht nur der Doppelsieger-Band Godwana (ausgewählt von der Jazzbar Atalante), sondern auch den beteiligten Jazzclubs und den vielen Helfern im Hintergrund, sowie den Vereinsaktiven.

Weitere Ergebnisse:
Preis der Jury:

  1. Godwana
  2. Valentin Gregor Quartett feat. Ekkehard Wölk
  3. Alexis Pope Group

Publikumspreis:

  1. Godwana
  2. Valentin Gregor Quartett feat. Ekkehard Wölk
  3. Lia Andes Quartett

 

 

www.jazz-in-berlin.de/article/view/353

Gondwana Doppelsieger beim 2. Berliner Jazz & Blues Award

Der 2. Berliner Jazz & Blues Award ist entschieden: Die Sieger-Band des zweitägigen Musik-Marathons heißt zweimal Gondwana. Sowohl die 5-köpfige Fach-Jury aus Musikern und Musikredakteuren als auch das Publikum vergaben in der Nacht zum Sonntag ihren ersten Preis an die jungen Musiker, die damit zweimal eine "Ella", die eigens für den Award geschaffene Bronzeskulptur des Bildhauers Jochen Schamal, entgegennahmen.

 

newsclub.de / berlinOnline, 29.9.2002

Gondwana Doppelsieger beim 2. Berliner Jazz & Blues Award

Der 2. Berliner Jazz & Blues Award ist entschieden: Die Sieger-Band des zweitägigen Musik-Marathons im BKA-Luftschloss heißt zweimal Gondwana. Sowohl die 5-köpfige Fach-Jury aus Musikern und Musikredakteuren als auch das Publikum vergaben in der Nacht zum Sonntag ihren ersten Preis an die jungen Musiker, die damit zweimal eine "Ella", die eigens für den Award geschaffene Bronzeskulptur des Bildhauers Jochen Schamal, entgegennahmen.

Auch bei der Vergabe des zweiten Preises bestand Einigkeit: Das Valentin Gregor Quartett überzeugte Jury und Publikum gleichermaßen. Dritte Preise gingen an das Lia Andes Quartett (Publikum) und an die Alexis Pope Group (Jury). Wie im vergangenen Jahr hatten vierzehn engagierte Jazz-Veranstalter ihre Favoritenbands nominiert. Wieder reichte das Spektrum von traditionellem bis modernem Jazz, von Blues, Boogie über Dixieland und New Orleans-Sound bis hin zum Swing.

Vor begeistertem Publikum führten Jazz-Radio-Moderatorin Tanja Siebert und das Jazz-Urgestein des öffentlich-rechtlichen Rundfunks Karheinz Drechsel durch das Programm. Zu Beginn der Veranstaltung hatte Manfred Fischer von der Senatsverwaltung für Kultur die Bedeutung des Berliner Jazz über die Grenzen der Hauptstadt hinaus betont. Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr sei es trotz Haushaltssperre gelungen, Mittel für diese herausragende Veranstaltung freizumachen. Olaf Dähmlow, Vorsitzender des Veranstalters "Jazzinitiative Berlin e.V.", zeigte sich erschöpft, aber zufrieden. Neben der Präsenz internationaler Stars in Berlin müsse der Blick immer wieder auch auf die eigene kreative Szene gelenkt werden, sagte er. Dies sei zum zweiten Mal in Folge beeindruckend gelungen. Das breite Spektrum der Berliner Jazz-Szene habe bewiesen, dass Berlin auch beim Jazz deutsche Hauptstadt sei.

 

ddp/jib/hha/sat.1 Kulturnachrichten, 29.9.2002

2. Berliner Jazz & Blues Award: Gonwana Doppelsieger

Der 2. Berliner Jazz & Blues Award ist entschieden: Die Sieger-Band des zweitägigen Musik-Marathons im BKA-Luftschloss heißt zweimal Gondwana. Sowohl die 5-köpfige Fach-Jury aus Musikern und Musikredakteuren als auch das Publikum vergaben ihren ersten Preis an die vier jungen Musiker Taiko Saito (vib), Thibault Falk (p), Thomas Auffahrt (e-b) und Marc Draeger (dr, perc), die damit zweimal eine "Ella" entgegennahmen. Kontakt zur Band Gondwana: Yoriemusic@aol.com

Auch bei der Vergabe des zweiten Preises bestand Einigkeit: Das Valentin Gregor Quartett feat. Ekkehard Wölk überzeugte Jury und Publikum gleichermaßen. Dritte Preise gingen an das Lia Andes Quartett (Publikum) und an die Alexis Pope Group (Jury).

 

jazzdimensions